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Konzentrationsstörungen: Ursachen und Hilfen - Einfluss moderner Medien

Mit ihrem Vortrag am 26.1.11 in der GGS Großbüllesheim über Konzentrationsschwierigkeiten hatte die Kinder- und Jugendtherapeutin Frau Karin Staab aus Rheinbach wohl ein Thema angesprochen, das vielen Eltern und Lehrern auf den Nägeln brennt.

110126_staab_01Im gut besetzten Forum definierte Frau Staab „Konzentrationsschwäche“ als mangelnde Fähigkeit, sich über längere Zeit auf eine Sache konzentrieren zu können. Die Konzentrationsdauer bei Grundschulkindern schlüsselte sie folgendermaßen auf:

  • 5 –  7 Jährige                   15 min.
  • 8 –  9 Jährige                   20 min.
  • 9 – 10 Jährige                  25 min.

Die Hausaufgabenzeit kann ihren Angaben zufolge im 1./2. Schuljahr ca. 30-40 min., im 3./4. Schuljahr ca. 50-60 min. betragen.

Nach einem Lernvorgang sollen Kinder ca. 2 Stunden weder Fernsehen schauen noch sich am Computer betätigen, damit das Gelernte im Langzeitgedächtnis gespeichert werden kann.

Übermäßiger Fernseh- und Computerkonsum sind häufig Ursachen für Konzentrationsschwierigkeiten. Folgende Auffälligkeiten lassen den Schluss auf einen süchtigen Gebrauch zu:

  • Fernseh-/Computerkonsum mehr als 1,5 Std. täglich
  • Leistungsabbrüche
  • Erste Tätigkeit zu Hause: Fernseher oder Computer an
  • Streit, wenn Kinder zum Essen, Schlafen, Lernen kommen sollen
  • Computer/Fernsehen werden anderen Freizeitaktivitäten vorgezogen

Frau Staab beließ es dankenswerterweise nicht bei der Diagnose des Suchtverhaltens, sondern zeigte den anwesenden Eltern auch praktikable Hilfen auf:

  • 8-10 Std. Schlaf bei Kindern im Grundschulalter
  • klar strukturierter Tagesablauf
  • positive Elternreaktionen
  • klare Grenzen
  • Spiele mit Regelcharakter
  • Entspannungsübungen ( Musik, Geschichten )
  • Wille zum Lernen fördern
  • positive Verstärker einsetzen
  • angstfreie Erziehung praktizieren
  • Geduld üben
  • ermutigen
  • die Eigeninitiative fördern

110126_staab_02Die Kinder- und Jugendtherapeutin betonte am Ende ihres Vortrages die wesentliche Bedeutung der Liebe in der Erziehung und zitierte in diesem Zusammenhang den großen Pädagogen J.H.Pestalozzi mit „Erziehung ist Vorbild und Liebe“ sowie den Hl. Augustinus mit „Liebe und tue, was du willst“.

Mit ihrem richtungweisenden Vortrag konnte Frau Staab den anwesenden Eltern sicherlich wichtige Hilfen mit auf den Weg geben. Es war für alle Anwesenden ein pädagogisch gelungener Abend! Der Applaus schien das zu bestätigen.